
Ein Festmahl für deinen Hund
BARF für Hunde – Artgerechte Rohfütterung sicher gestalten
BARF (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter) ist die natürlichste und gesündeste Form der Ernährung für deinen Hund, da sie sich an den Fressgewohnheiten seiner Vorfahren orientiert. Um dir den Einstig in die gesunde Ernährung deines Englisch Cocker Spaniels zu erleichtern, fassen wir hier alles wichtige für dich zusammen.
Die Vorteile dieser Fütterungsmethode sind überzeugend:
- Volle Transparenz: Im Gegensatz zu Fertigfutter weißt du beim Barfen immer sofort und ganz genau, was im Napf deines Vierbeiners landet.
- Natürliche Zutaten: Dein Hund erhält hochwertige Proteine, Vitamine und essenzielle Nährstoffe aus frischem Fleisch, Obst und Gemüse, ohne versteckte Füllstoffe.
Die Futterzusammensetzung: Abwechslung im Napf
Eine ideale BARF-Mahlzeit setzt sich aus 80 % tierischen und 20 % pflanzlichen Komponenten zusammen. Um deinen Hund optimal zu versorgen, ist Abwechslung der Schlüssel. Es müssen nicht jeden Tag alle Nährstoffe exakt abgedeckt sein; es reicht, wenn die Balance über einen Zeitraum von etwa vier Wochen stimmt.
1. Der tierische Anteil (80 % der Gesamtration)
Dieser unterteilt sich in vier wichtige Säulen:
- Muskelfleisch (50 %): Der Hauptenergielieferant. Hier kannst du wunderbar zwischen Rind, Geflügel, Lamm, Pferd oder Wild abwechseln. Auch frischer Fisch (z. B. Lachs) sorgt für wertvolle Abwechslung.
- Pansen & Blättermagen (20 %): Diese Komponenten sind bei Hunden sehr beliebt und eine hervorragende Ergänzung des Speiseplans.
- Innereien (15 %): Die absoluten Vitaminbomben! Eine gute Mischung sorgt für die nötigen Spurenelemente und Vitamine.
- Rohe fleischige Knochen (15 %): Sie liefern essenzielles Calcium und Phosphor für den Knochenbau.
2. Der pflanzliche Anteil (20 % der Gesamtration)
Dieser besteht zu 75 % aus Gemüse und zu 25 % aus Obst. Da Hunde die Nährstoffe aus Pflanzenzellen roh nur schwer verwerten können, sollten Obst und Gemüse immer gekocht oder fein püriert verfüttert werden.
3. Hochwertige Extras
Um den natürlichen Bedarf an Jod und essenziellen Fettsäuren zu decken, sollten der Ration regelmäßig Seealgenmehl und hochwertige Omega-3-reiche Öle (wie Lachsöl) zugegeben werden.
So berechnest du die tägliche Futtermenge für deinen 14 kg Cocker Spaniel
Generell benötigen erwachsene Hunde etwa 2 bis 3 % ihres Körpergewichts an Futter pro Tag. Wenn dein Hund jedoch ein ruhigeres Temperament hat, zu Übergewicht neigt oder bereits älter ist, sinkt der Energiebedarf und die Futtermenge kann schrittweise reduziert werden (z. B. auf 2 % oder bei Bedarf noch weiter, z. B. auf 1,5 bis 1,8 %).
Um z.B. auf 170 Gramm tierischen Anteil pro Tag zu kommen, gehen wir von einer Gesamtfuttermenge von ca. 212,5 Gramm aus (das entspricht etwa 1,5 % des Körpergewichts eines 14 kg schweren Hundes).
Exakte Aufteilung für deinen Cocker Spaniel (212,5 g Gesamtfutter)
Tierischer Anteil (80 %): 170 Gramm
- Muskelfleisch (50 %): 85 g
- Pansen/Blättermagen (20 %): 34 g
- Innereien (15 %): 25,5 g
- Fleischige Knochen (15 %): 25,5 g
Pflanzlicher Anteil (20 %): 42,5 Gramm
- Gemüse (75 %): ca. 32 g
- Obst (25 %): ca. 10,5 g
Hinweis: Wenn dein Hund bei dieser Menge abnehmen sollte, kannst du die Gesamtmenge oder den Fettgehalt des Muskelfleisches einfach wieder leicht erhöhen.
Welpen-Guide: So gelingt der einfache Start für Welpenkäufer
Für Welpenkäufer mag die Rohfütterung anfangs nach Aufwand klingen, aber der Einstieg ist dank fertiger Lösungen herrlich unkompliziert! Welpen profitieren enorm von der frischen Nahrung, die ein gesundes und gleichmäßiges Wachstum unterstützt.
Die wichtigsten Regeln für Welpen
- Die Menge: Welpen und Junghunde im Wachstum haben einen stark erhöhten Nährstoffbedarf und benötigen täglich 4 bis 10 % ihres Körpergewichts an Futter. Da sich das Gewicht im Wachstum ständig ändert, muss die Ration regelmäßig angepasst werden.
- Mehrere Mahlzeiten: Die Tagesration sollte in mehreren kleinen Portionen über den Tag verteilt gefüttert werden.
- Die richtigen Knochen: Zu Beginn sollten Welpen ausschließlich weiche, gewolfte Knochen bekommen (z. B. von Pute, Ente oder Hühnerhälse), um die Verdauung zu schonen und Verletzungen zu vermeiden.
Der Geheimtipp für den stressfreien Start
Um den Start in das neue Zuhause völlig entspannt zu gestalten, können Welpenkäufer auf BARF-Starterpakete oder Welpen-Probierpakete aus dem Fachhandel zurückgreifen. Alternativ bieten sich BARF-Komplettmenüs an. Diese Menüs enthalten bereits das perfekte, artgerechte Verhältnis von frischem Fleisch, Gemüse, Obst und Mineralien. Man muss sie lediglich auftauen und in den Napf geben – das ist genauso einfach wie das Öffnen einer Dose, bietet dem Welpen aber von Beginn an alle Vorzüge einer frischen und natürlichen Ernährung.

Die richtige Fellpflege ergänzt die Ernährung.
So ist die Basis für einen gesunden und lebensfrohen Cocker Spaniel gesichert.
Häufige Fragen zum Barfen – und unsere Antworten
Ist BARF nicht gefährlich wegen Keimen und Bakterien?
Rohes Fleisch enthält tatsächlich Bakterien – aber das ist für einen gesunden Hund in der Regel kein Problem. Der Verdauungstrakt von Hunden ist evolutionär auf Rohkost ausgelegt: ein kurzer, stark saurer Magen macht den meisten Keimen den Garaus. Wichtig ist dennoch: Kaufe immer frisches Fleisch in Lebensmittelqualität, achte auf saubere Hygiene bei der Zubereitung und lagere das Futter korrekt. Bei immungeschwächten oder kranken Tieren empfiehlt sich eine Rücksprache mit dem Tierarzt.
Wie viel kostet BARF im Vergleich zu Fertigfutter?
Das hängt stark von deinen Bezugsquellen ab. Wer clever einkauft – zum Beispiel direkt beim Metzger, im Großhandel oder über BARF-Versender – kann BARF durchaus kostengünstig gestalten. Für einen mittelgroßen Hund wie den Cocker Spaniel liegen die monatlichen Kosten je nach Region und Fleischauswahl oft zwischen 30 und 60 Euro. Hochwertiges Trockenfutter ist da häufig kaum günstiger.
Muss ich jeden Tag frisch zubereiten?
Nein – und das ist die gute Nachricht! Die meisten BARF-Fans bereiten einmal pro Woche vor und portionieren die Rationen in Gefrierbeutel. Einfach am Vorabend eine Portion in den Kühlschrank stellen und am nächsten Tag verfüttern. So ist BARF im Alltag kaum aufwendiger als das Öffnen einer Dose.
Bekommt mein Hund durch BARF wirklich alle Nährstoffe?
Ja – wenn du auf Abwechslung achtest. BARF funktioniert nicht als tagesgenaue Diät, sondern als Balance über mehrere Wochen. Wer regelmäßig zwischen verschiedenen Fleischsorten wechselt, Innereien, Knochen, Gemüse und Extras wie Seealgenmehl und Lachsöl ergänzt, versorgt seinen Hund in der Regel sehr gut. Im Zweifel kann ein Blutbild beim Tierarzt Sicherheit geben.
Kann ich meinen Welpen von Anfang an barfen?
Ja, und viele Züchter – darunter auch wir – starten ihre Welpen direkt mit BARF. Wichtig ist, die Futtermenge regelmäßig ans wachsende Gewicht anzupassen und zunächst auf weiche, gewolfte Knochen zu setzen. BARF-Komplettmenüs aus dem Fachhandel sind für den Start besonders praktisch, da sie bereits alle Komponenten im richtigen Verhältnis enthalten.
Darf mein Hund wirklich rohe Knochen fressen?
Rohe Knochen sind ein natürlicher und wichtiger Bestandteil der BARF-Ernährung – sie liefern Calcium und Phosphor und beschäftigen den Hund auf natürliche Weise. Entscheidend ist: niemals gekochte Knochen füttern, da diese splittern und gefährlich werden können. Rohe Knochen hingegen sind weich und biegsam. Für Einsteiger und Welpen empfehlen sich weiche Geflügelknochen wie Hühnerhälse oder Putenflügel.
Was mache ich, wenn mein Hund den Umstieg verweigert?
Manche Hunde, die jahrelang Trockenfutter gewohnt waren, reagieren zunächst skeptisch auf rohe Kost – das ist völlig normal. Starte langsam: Mische zunächst kleine Mengen BARF unter das gewohnte Futter und erhöhe den Anteil über zwei bis drei Wochen schrittweise. Leicht angewärmtes Fleisch (nicht gekocht!) riecht intensiver und macht es vielen Hunden leichter, den neuen Geschmack anzunehmen.
Hinweis: Die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen zur BARF-Ernährung dienen ausschließlich als allgemeiner Leitfaden und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Jeder Hund ist individuell – Alter, Gesundheitszustand, Aktivitätslevel und mögliche Vorerkrankungen können den Nährstoffbedarf erheblich beeinflussen. Wir empfehlen daher, die Ernährungsumstellung sowie die langfristige Fütterung regelmäßig mit einem Tierarzt oder einem qualifizierten Tierernährungsberater abzusprechen. Besonders bei Welpen, älteren Hunden oder Tieren mit gesundheitlichen Einschränkungen ist eine tierärztliche Begleitung besonders wichtig, um Mangelerscheinungen oder Überversorgung frühzeitig zu erkennen.