Der English Cocker Spaniel
Auf einen Blick
| Eigenschaft | Bewertung |
|---|---|
| Temperament | Fröhlich, lebhaft, verspielt |
| Familientauglichkeit | Sehr hoch |
| Kinderfreundlichkeit | Sehr hoch |
| Verträglichkeit mit anderen Hunden | Hoch |
| Jagdtrieb | Ausgeprägt |
| Erziehbarkeit | Hoch (bei positiver Methode) |
| Bindung zum Menschen | Sehr eng, anhänglich |
| Bewegungsbedarf | Hoch |
| Lebenserwartung | 12 – 14 Jahre |
| FCI-Gruppe | 8 (Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde) |
1. Temperament – Der "Merry Cocker"
Das prägendste Merkmal des English Cocker Spaniels ist seine ansteckende Fröhlichkeit. Nicht umsonst wird er in der Fachliteratur als „merry“ (fröhlich) beschrieben. Sein Schwanz hört fast nie auf zu wedeln – das unentwegte Rutenspiel ist Ausdruck seiner angeborenen Lebensfreude.
„Der Ausdruck seiner dunklen Augen dringt tief ins Herz. Dabei ist der English Cocker Spaniel alles andere als ein verwöhnter Melancholiker.“
— VDH Rasseprofil
Trotz seines manchmal melancholisch wirkenden Blicks ist der Cocker alles andere als ein Trauerklos – sondern ein zauberhafter Familienhund. Nicht umsonst gehört er seit vielen Jahren zu den beliebtesten Hunderassen Deutschlands. Draußen zeigt er sich energiegeladen und arbeitsfreudig, während er sich im Haus von seiner sanften, entspannten Seite präsentiert. Intelligenz, Anhänglichkeit und Temperament sind Eigenschaften, die Liebhaber des Cocker Spaniels schätzen. Die verspielten Vierbeiner strahlen darüber hinaus eine Fröhlichkeit aus, die den Alltag erhellt und das Leben einfach schöner macht.
Kernmerkmale des Temperaments:
- Lebhaft und verspielt
- Fröhlich und gut gelaunt
- Ausgeglichen zwischen Aktivität und Ruhe
- Neugierig und aufgeschlossen
- Anpassungsfähig
2. Familienhund und Sozialverhalten
Mit Kindern
Der English Cocker Spaniel gilt als exzellenter Familienhund und ist besonders kinderfreundlich. Er ist ein fröhlicher, menschenbezogener Hund, der den Trubel einer Familie liebt.
Er ist verspielt, geduldig und schließt sich eng an alle Familienmitglieder an. Wichtig ist wie bei jeder Rasse, dass Kinder den respektvollen Umgang mit dem Hund lernen und gemeinsame Aktivitäten von Anfang an begleitet werden.
Mit anderen Tieren
Im Umgang mit anderen Hunden verhält er sich in der Regel sozial, aufgeschlossen und verspielt. Er ist kein Einzelgänger, sondern genießt die Gesellschaft – sowohl von Menschen als auch von Artgenossen.
Auch mit Katzen verträgt sich der Cocker in der Regel gut, besonders wenn er als Welpe an Katzen gewöhnt wird. Die Rasse ist verträglich und sozial, sodass ein Zusammenleben bei guter Eingewöhnung meist problemlos funktioniert. Wichtig ist, der Katze immer Rückzugsmöglichkeiten zu bieten und die erste Kennenlernphase ruhig und kontrolliert zu gestalten. Unsere Welpen wachsen mit unserem Kater Gizmo auf. Respektvoller, neugieriger und verspielter Umgang sind von Anfang an das Markenzeichen.
Menschenbezogenheit
Eine seiner herausragendsten Eigenschaften ist die enorme Anhänglichkeit. Der Cocker baut eine sehr enge, hingebungsvolle Bindung zu seiner Familie auf und wird oft als „lovey-dovey“ beschrieben. Er braucht die Nähe zu seinen Menschen und sollte nicht über längere Zeit allein gelassen werden.
Für Ersthundehalter geeignet?
Ja, der English Cocker Spaniel ist eine hervorragende Wahl für Ersthundehalter. Er ist lernwillig, möchte gefallen und verzeiht auch kleine Erziehungsfehler. Allerdings sollte man seine Energie und Intelligenz nicht unterschätzen: konsequente, liebevolle Erziehung und ausreichend Beschäftigung sind wichtig, damit aus dem charmanten Welpen ein entspannter Begleiter wird.
3. Jagdtrieb und Arbeitsfreude
Das Einsatzgebiet des smarten Briten lag von Anfang an bei der Jagd. Der English Cocker Spaniel wurde ursprünglich für die Vogeljagd gezüchtet – speziell auf Waldschnepfen (englisch: Woodcock), wovon sich auch der Name „Cocker“ ableitet.
Jagdliche Stärken:
- Stöbern in dichtem Unterholz und Gebüsch
- Spurlautes Jagen
- Schweißarbeit (Nachsuche)
- Apportieren zu Wasser und an Land
Sein ausgeprägter Jagdtrieb ist im Alltag nach wie vor sehr präsent. Es empfiehlt sich daher, ihn beim Spazierengehen in ungesichertem Gelände an der Leine zu führen. Dank seines hervorragenden Geruchssinns wird er sogar als Rauschgift-Spürhund an Flughäfen und Bahnhöfen eingesetzt.
Vom Jagdhund zum Allrounder
Waren es früher vor allem Jäger, die sich für English Cocker Spaniels begeisterten, so sieht die Rasse heute einem weitaus vielfältigeren Anforderungsprofil entgegen. Als Haus- und Begleithund in Familien fühlt sich der charmante Brite äußerst wohl. Man sieht die eifrigen Jagdhunde auf Agility-Plätzen, bei Obedience-Prüfungen und vielen anderen Sportarten.
Die jagdlichen Fähigkeiten haben sich trotz dieser Entwicklung hin zum Freizeithund nicht zurück entwickelt. Schließlich gibt es nach wie vor viele Cocker Spaniel-Halter, die Wert auf eine jagdliche Führung ihres Hundes legen.
4. Erziehung und Training
Lernfreude
Der Cocker Spaniel ist hochintelligent und möchte seinem Besitzer gefallen („eager to please“). Dadurch ist er verhältnismäßig leicht zu trainieren.
Sensibilität beachten
„The EC will react poorly to a harsh or negative training approach; he must love and respect his person, never fear them.“
— AKC Training Guide
Der Cocker hat eine sensible Seite und reagiert schlecht auf harsche Trainingsmethoden. Die Erziehung sollte stets:
- Positiv und belohnungsbasiert sein
- Liebevoll, aber konsequent
- Motivierend und abwechslungsreich
Konsequenz ist Pflicht
Trotz aller Sanftheit darf Liebe nicht mit Inkonsequenz verwechselt werden. Ohne klare Regeln neigt der smarte Brite dazu, in der Familie selbst den Ton anzugeben. Besondere Standhaftigkeit ist bei seinem herzerweichenden Bettelblick gefragt:
„Kaum ein Hund kann so herzerweichend blicken, wenn es darum geht, einen Leckerbissen zu erbeuten… Letztendlich ist das Betteln aber auch eine Erziehungssache.“
— VDH Rasseprofil
Und das schlägt sich – bei entsprechender Erfolgsbilanz – ganz gerne auf der Waage nieder.
5. Alltag und Beschäftigung
Bewegungsbedarf
Der English Cocker Spaniel braucht täglich körperliche und geistige Auslastung – mindestens ein bis zwei Stunden täglich, aufgeteilt auf mehrere Spaziergänge. Normale Spaziergänge allein reichen nicht aus. Dabei freut er sich besonders über Abwechslung: Schnüffelarbeit, Apportieren oder freies Laufen in der Natur lasten ihn körperlich und geistig aus. Ein unterforderter Cocker sucht sich selbst Beschäftigung – und die ist selten im Sinne des Besitzers.
Geeignete Aktivitäten:
- Dummytraining (Apportierarbeit)
- Nasenarbeit und Fährtensuche
- Agility
- Obedience
- Schwimmen (die meisten Cocker lieben Wasser)
- Lange Wanderungen und Spaziergänge
Drinnen vs. Draußen
Hat er sich draußen ordentlich ausgetobt, rollt er sich danach problemlos bei seiner Familie auf dem Sofa zusammen. Dieser Wechsel zwischen Aktivität und Ruhe macht ihn zu einem angenehmen Mitbewohner.
6. Aussehen und Farbvielfalt
Der sportliche Brite ist ein mittelgroßer, kompakter Hund mit ausgewogenen Proportionen. Er wirkt robust und genau das ist er auch. Das glatte, seidige Haarkleid sollte keinesfalls drahtig oder
wellig sein – auch nicht zu üppig oder gar lockig. Die Rasse präsentiert sich in einer herrlichen Farbvielfalt.
Einfarbig: Schwarz, Rot, Gold, Leber (Schokoladenbraun), Schwarz mit Loh, Braun mit Loh. Bei diesen Farben ist kein Weiß, außer ein kleiner Fleck an der Brust, erlaubt.
Mehrfarbig: Zweifarbig > Schwarz-Weiß; Orange-Weiß; Braun-Weiß; Lemon-Weiß. All diese Farben können mit oder ohne Tüpfelung sein.
Dreifarbig: Schwarz, Weiß mit Loh; Braun, Weiß mit Loh.
Schimmel: Blauschimmel, Orangeschimmel, Lemonschimmel, Braunschimmel, Blauschimmel mit Loh, Braunschimmel mit Loh.
7. Herkunft und Geschichte
English Cocker Spaniels gehören zu den ältesten Hunderassen. Ihre Vorfahren sind die spanischen Vogelhunde. Spaniels und Setter voneinander zu unterscheiden, fällt den meisten Hundekennern leicht.
Dabei war diese Trennung längst nicht immer so klar. Bis ins 18. Jahrhundert hinein galt die Unterscheidung als schwierig. In England gab es sogar zum Vorstehen abgerichtete Spaniels, die man offiziell als Setter bezeichnete.
Der Name Cocker ist erst seit Ende des 18. Jahrhunderts geläufig. Cocker wurde vom englischen Woodcock (= Waldschnepfe) abgeleitet, weil eben diese in den Wäldern von den Hunden aufgescheucht wurde. Aber auch zu diesem Zeitpunkt wusste niemand, welche Hunde eigentlich genau unter diese Bezeichnung fielen. Obwohl es tendenziell in die heutige Richtung ging, herrschte lange Zeit Wirrwarr um den Cocker Spaniel. Der Typ interessierte anfangs wenig – alle Spaniels unter 25 Pfund Gewicht galten als Cocker. Deshalb blieben Cocker Spaniels lange eine Zwischenstufe zwischen Working Spaniel und Toy Spaniel.
Cocker Spaniels veränderten sich im Laufe der letzten 120 Jahre immer wieder. Anfänglich gab es den gedrungenen, massigen Cob- und den eleganteren Settertyp. Wobei sich der Cobtyp, den man lange vor allem bei dunklen Farbschlägen des Cockers fand, als unpopulärer erwies. Der neue Typ des Cocker Spaniels nähert sich wieder mehr dem ursprünglichen Typ an. Der Hintergrund: die jagdliche Eignung des Hundes. Denn der Ausstellungshund mit längerem Rücken und imposanten Behang hatte seine liebe Not bei anspruchsvollem Gelände mit Gestrüpp und Dornen.
Unterschied zum American Cocker Spaniel
Der English Cocker Spaniel ist:
- Größer und athletischer gebaut
- Stärker jagdlich orientiert
- Weniger üppig im Fell
- Seit 1946 vom AKC als eigene Rasse anerkannt
„Balance is a key word in understanding the breed: The EC is balanced in temperament, construction, and movement.“
— AKC
Kaum ein anderer Hund vereint die Passion und Ausdauer eines Stöberhundes so mühelos mit der charmanten, fröhlichen und extrem anhänglichen Natur eines reinen Begleithundes.
8. Worauf man achten sollte
Gesundheit
- Progressive Retinaatrophie (PRA) – Augenerkrankung
- Hüftdysplasie
- Familiäre Nephropathie – Nierenerkrankung
- Adulte Neuropathie
- Neigung zu Übergewicht durch Bettelverhalten
Pflege
In punkto Pflege sind Cocker Spaniels unkompliziert. Greift man regelmäßig zur Bürste, reicht das für den Alltag. Das attraktive Haarkleid sollte alle ein bis zwei Tage mit dem Strich gebürstet werden. Ohren, Vorderläufe, Brust, Bauch, Hinterläufe und Gesäß werden mit einem groben Kamm gepflegt. Mit einem feinen Kamm entfernt man anschließend gelöste, tote Haare. Verfilzungen entwirrt man vorsichtig mit den Fingern oder schneidet sie notfalls heraus. Eine Bürste mit Metallborsten ist beim Styling auch recht hilfreich.
Etwa alle acht bis zwölf Wochen empfiehlt sich ein professionelles Trimmen (Pfoten, Gesicht, Hals, unter der Rute), um das Fell in Form zu halten. Der Aufwand ist überschaubar, wenn man von Anfang an eine regelmäßige Routine einführt.
Die wunderschönen langen Ohren bedürfen regelmäßiger Kontrolle und wöchentlicher Reinigung, da Hängeohren infektionsanfällig sind.
Tipp: Schmale Näpfe (Spaniel-Näpfe) verwenden, damit die Ohren nicht ins Futter hängen.
9. Zuchtorganisationen in Deutschland
| Organisation | Aufgabe |
|---|---|
| Jagdspaniel-Klub e.V. | Zuchtbuch, Züchterlisten, Jagdprüfungen, Ausstellungen, Welpenvermittlung |
| VDH | Dachverband, Qualitätssiegel für Züchter, Rasselexikon |
Der Jagdspaniel-Klub ist in mehrere Landesgruppen gegliedert (Bayern, Baden-Württemberg, Berlin-Brandenburg, Hessen-Saar-Pfalz, Niedersachsen, Nordmark, Rheinland, Thüringen, Westfalen) und bietet neben Zucht und Jagd auch Dummytraining-Gruppen und einen Welpen-Vermittlungsservice („Zuhause gesucht“).
Rassespezifisches
Ist der Englisch Cocker Spaniel für Familien mit Kindern geeignet?
Absolut. Der English Cocker Spaniel ist ein fröhlicher, menschenbezogener Hund, der den Trubel einer Familie liebt. Er ist verspielt, geduldig und schließt sich eng an alle Familienmitglieder an. Wichtig ist wie bei jeder Rasse, dass Kinder den respektvollen Umgang mit dem Hund lernen und gemeinsame Aktivitäten von Anfang an begleitet werden.
Wie viel Auslauf braucht ein Cocker Spaniel täglich?
Als ursprünglicher Jagdhund braucht der English Cocker Spaniel ausreichend Bewegung – mindestens ein bis zwei Stunden täglich, aufgeteilt auf mehrere Spaziergänge. Dabei freut er sich besonders über Abwechslung: Schnüffelarbeit, Apportieren oder freies Laufen in der Natur lasten ihn körperlich und geistig aus. Ein unterfordeter Cocker sucht sich selbst Beschäftigung – und die ist selten im Sinne des Besitzers.
Cocker Spaniel und Katzen – verträgt sich das?
In der Regel ja, besonders wenn der Cocker als Welpe an Katzen gewöhnt wird. Die Rasse ist verträglich und sozial, sodass ein Zusammenleben mit Katzen bei guter Eingewöhnung meist problemlos funktioniert. Wichtig ist, der Katze immer Rückzugsmöglichkeiten zu bieten und die erste Kennenlernphase ruhig und kontrolliert zu gestalten. Unsere Welpen wachsen mit unserem Kater Gizmo auf. Respektvoller, neugieriger und verspielter Umgang sind von Anfang an das Markenzeichen.
Ist die Rasse gut für Ersthundehalter?
Ja, der English Cocker Spaniel ist eine hervorragende Wahl für Ersthundehalter. Er ist lernwillig, möchte gefallen und verzeiht auch kleine Erziehungsfehler. Allerdings sollte man seine Energie und Intelligenz nicht unterschätzen: konsequente, liebevolle Erziehung und ausreichend Beschäftigung sind wichtig, damit aus dem charmanten Welpen ein entspannter Begleiter wird.
Wie pflegeintensiv ist das Fell?
Das seidige Fell des English Cocker Spaniels sollte zwei- bis dreimal pro Woche gründlich gebürstet werden, um Verfilzungen besonders an Ohren, Brust und Beinen vorzubeugen. Etwa alle acht bis zwölf Wochen empfiehlt sich ein professionelles Trimmen, um das Fell in Form zu halten. Der Aufwand ist überschaubar, wenn man von Anfang an eine regelmäßige Routine einführt.